Veranstaltungen 2016

Der Fröhliche Weinberg

Anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Rheinhessen“ ging die Carl-Zuckmayer-Gesellschaft mit dem Stück „Der fröhliche Weinberg“ von Carl Zuckmayer auf Tournee. Und das waren unsere Spielorte:

Bingen am Rhein

Es gibt Orte, die haben eine ganz besondere Ausstrahlung, einen unbeschreiblichen Zauber. Auch hier, am Zusammenfluss von Rhein und Nahe mit Blick auf den sagenumwobenen Mäuseturm, waren die Menschen schon zu allen Zeiten von der Lage am Wasser fasziniert, wurden Handelswege auf und am Fluss genutzt, verweilten Reisende aus aller Welt.


Heute  präsentiert  sich  die  Stadt  am  Fluss  mit  attraktiver  Infrastruktur, die das Erbe von 2000 Jahren Geschichte erlebbar werden lässt. Bingen war die bedeutendste historische Wirkungsstätte der Heiligen Hildegard, die Künstler der Rheinromantik verweilten hier, der Lyriker Stefan George erblickte in Bingen das Licht der Welt.


Wohl keine andere Stadt in Deutschland ist allein durch ihre Lage so prädestiniert, sich als heimliche Hauptstadt des deutschen Weines zu bezeichnen, wie Bingen. Denn hier stoßen die Anbaugebiete Rheinhessen, Nahe, Rheingau und Mittelrhein aneinander. Die Verwandlung des ehemaligen Landesgartenschaugeländes zum Kulturufer Bingen bringt ein neues Erscheinungsbild des Ufers zutage, das mit seinen landschaftlichen, architektonischen, gartenbaulichen und kulturellen Attraktionen zu Kultur-, Freizeit- und Landschafts-Genuss einlädt. Das Kulturufer ist Kulisse, Begegnungsstätte, Spielplatz, Open Air Bühne, Park, Museum, Galerie und ein Ort für Weingenuss in einem.

Zornheim

WeinKultur am Sonnenplateau Rheinhessens - Zornheim ist eine der höchstgelegenen Weinbaugemeinden in Rheinhessen mit langer Weinbautradition. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 771 n. Chr. zurück, als zwei Weinberge dem Kloster Fulda übereignet wurden.
Der Ort mit heute knapp 4.000 Einwohnern liegt im Landkreis Mainz-Bingen, auf einem Plateau zwischen Nieder-Olm und Mommenheim, südwestlich angrenzend an den Stadtteil Mainz-Ebersheim. Zornheim ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Mainz aus sehr gut erreichbar (Buslinien 66 und 67).
Die  Gemeinde  Zornheim  liegt  im  Bereich  der  Großlage  „Gutes  Domtal“  und  hat  fünf  Weinbergslagen: Mönchbäumchen, Pilgerweg, Dachgewann, Guldenmorgen und Vogelsang. Bei einer Gemarkungsgröße von 558 ha wird auf 140 ha Weinbau betrieben. Die Winzerbetriebe freuen sich auf Gäste und laden zu Weinproben ein. Auch die Gastronomie lockt mit kulinarischen Angeboten. Bei Spaziergängen rund um den Ort kann man den Blick weit in die rheinhessische Hügellandschaft schweifen lassen - vom Taunus zum Odenwald, vom Donnersberg bis zum Hunsrück.


Der  Ortsmittelpunkt  wurde  im  Jahr  2015  neu  gestaltet.  Auf  dem großzügig angelegten Lindenplatz steht der einzigartige Drei-Grazien-Brunnen des Künstlers Franz Müller-Steinfurt, der mit seinen Wasserspielen Groß und Klein erfreut. Die lebensfrohe Gemeinde feiert auf ihren Plätzen im Laufe des Jahres viele Feste. Unterschiedliche Kulturveranstaltungen bereichern das Gemeindeleben. Kommen Sie nach Zornheim, überzeugen Sie sich selbst und genießen Sie die Ausblicke, die Weine und die Erholung.

Nackenheim

Nackenheim ist eine idyllisch zwischen Rebhügeln und Rhein gelegene Gemeinde mit rund 6.000 Einwohnern. Das Dorf wurde 772 erstmals urkundlich erwähnt. Doch Funde einer jungsteinzeitlichen Siedlung auf dem Gemeindegebiet lassen sich auf die Zeit um 2.200 v. Chr. datieren. Auch die Römer hinterließen mit ihren großen Landgütern Spuren in der Region. Sie brachten wahrscheinlich die ersten Weinreben mit.


Nackenheim steht vor allem für zwei Dinge: Wein und Rhein. Neben den Winzern bildeten früher die Schiffer den Hauptanteil der Bevölkerung. Die Kombination aus fruchtbarem Lössboden, dem Sedimentgestein Rotliegend  sowie  den  vom  Rhein  reflektierten  Sonnenstrahlen  prägen  den  hiesigen  Wein  auf  ca.  500 Hektar. Die Weinlagen Schmittskapellchen, Rothenberg und Engelsberg sind weit über die Landesgrenzen bekannt. Die Gemeinde zieht mit ihren Weinlokalen und dem Weinfest am letzten Wochenende im Juli viele Besucher an. Auch die französische Partnergemeinde Pommard in Burgund ist ein bekannter Weinort.


Der  weltbekannte  Dichter  und  Dramatiker  Carl  Zuckmayer  wurde 1896 in Nackenheim geboren. Sein Theaterstück „Der fröhliche Weinberg“ ist eine Liebeserklärung an seine Heimat. Anfangs waren nicht alle Nackenheimer über das Stück, in dem sie karikiert wurden, begeistert. So kam es 1926 bei der Aufführung in Mainz zu Protesten, sogar Stinkbomben kamen zum Einsatz. Doch über die Jahre fanden Carl Zuckmayer und die Nackenheimer wieder zueinander. So ist der „Fröhliche  Weinberg“  heute  ein Aushängeschild  der  Gemeinde  und Carl Zuckmayer ihr wohl bekanntester Sohn. 1952 wurde er zum Ehrenbürger ernannt.

Veranstaltungen 2015

Der Fröhliche Weinberg

Ein Lustspiel in drei Akten von Carl Zuckmayer    

Im Mittelpunkt der im rheinhessischen Dialekt verwurzelten Komödie  steht  bekanntlich  der  verwitwete Weingutsbesitzer Jean Baptiste Gunderloch. Da er sich zur Ruhe setzen will, plant er die Hälfte seines Besitzes und seiner Kellereibestände an den Meistbietenden  zu  versteigern.  Die  andere  Hälfte  soll  seine Tochter – unter der Bedingung, dass Nachwuchs unterwegs ist – als Mitgift erhalten. Klärchen ist mit dem Korpsstudenten Gustav Knuzius verlobt, doch sie liebt den Naturburschen Jochen Most, einen  Rheinschiffer.  Beraten  von  Annemarie  Most,  Jochens Schwester, lässt sie sich zu einer Notlüge überreden. Während einer  durchzechten,  durchtanzten  Herbstnacht  kommt  es  im Wirtshaus Zur Landskronzum Showdown. Die Fäuste fliegen, falsche Lebenspläne und falsche Liebhaber landen buchstäblich auf dem Misthaufen. In dieser weinseligen Nacht finden schließlich – ob nun in der Gartenlaube oder auf dem Mist – vier glückliche Paare zueinander.


Das Volksstück, so lustig es auf den ersten Blick erscheinen mag, hat durchaus seine ernsthaften Seiten. Carl Zuckmayer hatte ein untrügliches Gespür für das, was noch kommen sollte. Die Handlung spielt nicht zufällig im Weinherbst 1921, einem Krisenjahr der Weimarer Republik. Zuckmayers Hinwendung zum kleinstädtischen Alltag und zur »Landschaft, zur Melodie und Welt« seiner Jugendzeit ist nicht als Rückzug aus den gesellschaftspolitischen Erfahrungen zu werten. Vielmehr steckt in diesem bewussten Regionalismus ein Protest gegen die Entmündigung, gegen den Politjargon der Nationalisten, gegen die politischen Übergriffe der Kriegsveteranen und Phrasen der Beamten. Zur atmosphärischen Verdichtung wird in der Nackenheimer Inszenierung zudem auf mehrere vom Autor geschätzte und hier choreografisch klug eingesetzte Lieder des trinkfesten schwedischen Dichters Carl Michael Bellman (1740 bis 1795) zurückgegriffen.

Die Inszenierung besorgte Markus Dörr-Karolus.

 

Carl und Eduard Zuckmayer im Ersten Weltkrieg

Ein literarisch-historischer Rückblick     

»Ich habe kein Kriegsbuch geschrieben und keine Kriegsgeschichten erzählt. Mir erschien es unmöglich, das mitzuteilen – vergeblich, das als Wirklichkeit Erlebte […] wiederzugeben. […] Doch die Erinnerung lebt. Sie ist in mir so leibhaft wie ein Bestandteil des eigenen Körpers [...]. Gleichzeitig ist sie von mir abgelöst, als sei das alles einem anderen begegnet. Denn sie ist nicht mehr mein persönlicher Besitz. Sie ist das Bewusstsein einer Generation, von der nur ein Rest überlebte, obwohl er zum Tode bestimmt war.«
(Carl Zuckmayer, »Als wär’s ein Stück von mir«)


Die Weltkriegsereignisse der Jahre 1914 bis 1918 stehen im Mittelpunkt dieser literarisch-historischen Rückblende, erzählt aus der Perspektive des Schriftstellers Carl Zuckmayer, der sich als Schüler freiwillig zum Frontdienst gemeldet hatte, und seines älteren Bruders Eduard, eines gefeierten Pianisten und Musikwissenschaftlers. Um jedweder Beschaulichkeit, die sich aus der zeitlichen Distanz von hundert Jahren ergeben könnte, vorzubeugen, werden nicht nur literarische und autobiografische Texte sowie  Briefauszüge  vorgetragen.  Harte  Fakten  der  Ereignisgeschichte  jener  prägenden  Jahre,  von  Kriegsausbruch  und Mobilmachung in Mainz, den ernüchternden Erfahrungen an der Front und in der Heimat bis hin zu Kapitulation und Revolution werden als geschichtliche Hintergrundinformationen eingeblendet. Diese Verbindung aus historischem Sachwissen und literarischen Texten, darunter Auszügen aus Zuckmayers Novellen und expressionistisch-naturverbundener  Kriegslyrik,  wird  ergänzt durch einschlägige Spielszenen aus der Revue »Als wär’s ein Stück von ihm«. So ergibt sich ein kontrastreich zusammengestelltes und szenisch vorgetragenes Programm, das mit der pazifistischen wie künstlerischen Neuorientierung der beiden Brüder schließt. Bei Carl ist sie nicht zuletzt an seinem lebensbejahend-weinseligen Lustspiel »Der fröhliche Weinberg« festzumachen, das er wenige Jahre nach Kriegsende verfasst hat.

 

Die Lästerschule

Eine alte Komödie mit modernem Thema von Richard Brinsley Sheridan, übersetzt Wolfgang Hildesheimer, bearbeitet und inszeniert von Kurt Feyerabend.

Die  1777 uraufgeführte „Lästerschule“ von Richard Brinsley Sheridan ist zwar fast 240 Jahre alt, hat aber ein ganz modernes Thema: Das Mobbing. Insofern spielt die Inszenierung von Kurt Feyerabend auch nicht in der Zeit des Rokoko, sondern in einer zeitlosen Moderne und in einem Milieu wohlhabender Menschen, die sich um ihren Lebensunterhalt wenig Gedanken machen müssen.

Sir Peter Blossom, seine junge Ehefrau, einige Verwandte und Freunde befinden sich auf einer Karibik-Kreuzfahrt. Lady Blossom ist in eine Clique geraten, die sich mit Mobbing und Lästern die Zeit vertreibt. Anführer sind Lady Hunter und Joseph Flynn, die über das reine Vergnügen am Rufmord hinaus auch eigene Zwecke verfolgen. Opfer der Lästermäuler ist jeder, der gerade nicht in Sichtweite ist, besonders aber Charles Flynn. Der Bruder von Joseph führt ein lockeres, ausschweifendes Leben und ist mit der reichen Erbin Maria verlobt. Was deren Onkel, Sir Peter Blossom, gar nicht gefällt.

Doch auch Joseph und Lady Hunter wollen diese Verbindung unbedingt verhindern und tun alles in ihrer Macht stehende, um die Verlobung platzen zu lassen.

 

Dummer- oder (je nach Perspektive) glücklicherweise ist auch Sir Oliver an Bord. Er ist der Cousin der Flynns und will als Testamentsverwalter seines verstorbenen Vaters überprüfen, welcher der Brüder das großzügig bemessene Erbteil verdient.

 

Richard Brinsley Sheridan (1751 – 1816) wurde in Dublin als Sohn eines Schauspieler-Ehepaares geboren, sein Vater war auch Verfasser von Tragödien und Farcen. Sheridan lebte lange in Bath, wo er die feine englische Gesellschaft kennen lernte, die er ab 1775 zum Gegenstand seiner Komödien machte. Seine Zeit als Dramatiker war kurz, aber erfolgreich. Er schrieb zwischen 1775 und 1779 nur vier Stücke, von denen die 1777 uraufgeführte „Lästerschule“ als sein bestes Werk gilt. Als Schriftsteller hat sich Sheridan einen Namen gemacht, weil er mit seiner pointierten Dialogführung und vielschichtigen Handlungsstruktur der im 18. Jahrhundert zunehmenden Verflachung des Lustspiels entgegen wirkte.

... und was passierte noch ?

Der Höhepunkt des Sommers in der Zitadelle sind seit 2008 die Theateraufführungen  des  Carl-Zuckmayer-Ensembles  am illuminierten  Drususstein  in  Kooperation  mit  der  Initiative Zitadelle Mainz e.V. (IZM). Im Jahr 2015 wurde die Komödie »Die Lästerschule« unter der Regie von Kurt Feyerabend mit Spannung erwartet.


Die Initiative Zitadelle Mainz möchte mit diesen Theateraufführungen  dem   Kulturdenkmal  Zitadelle  eine  neue  Facette hinzufügen und weiter für den Erhalt des für Mainz  bedeutenden Baudenkmals werben.


Seit nunmehr zehn Jahren organisiert die IZM Feste und Theateraufführungen, um der Stadt Mainz finanzielle Mittel für die Instandsetzung  und  Erneuerung  der  historischen  Festungsmauern,  Gräben und Wällen zur Verfügung stellen zu  können.


Weitere Informationen sind über die  Homepage www.zitadellemainz.de zu erhalten.

Veranstaltungen 2014

Die Lästerschule

Eine alte Komödie mit modernem Thema von Richard Brinsley Sheridan, übersetzt Wolfgang Hildesheimer, bearbeitet und inszeniert von Kurt Feyerabend.

Die  1777 uraufgeführte „Lästerschule“ von Richard Brinsley Sheridan ist zwar fast 240 Jahre alt, hat aber ein ganz modernes Thema: Das Mobbing. Insofern spielt die Inszenierung von Kurt Feyerabend auch nicht in der Zeit des Rokoko, sondern in einer zeitlosen Moderne und in einem Milieu wohlhabender Menschen, die sich um ihren Lebensunterhalt wenig Gedanken machen müssen.

Sir Peter Blossom, seine junge Ehefrau, einige Verwandte und Freunde befinden sich auf einer Karibik-Kreuzfahrt. Lady Blossom ist in eine Clique geraten, die sich mit Mobbing und Lästern die Zeit vertreibt. Anführer sind Lady Hunter und Joseph Flynn, die über das reine Vergnügen am Rufmord hinaus auch eigene Zwecke verfolgen. Opfer der Lästermäuler ist jeder, der gerade nicht in Sichtweite ist, besonders aber Charles Flynn. Der Bruder von Joseph führt ein lockeres, ausschweifendes Leben und ist mit der reichen Erbin Maria verlobt. Was deren Onkel, Sir Peter Blossom, gar nicht gefällt.

Doch auch Joseph und Lady Hunter wollen diese Verbindung unbedingt verhindern und tun alles in ihrer Macht stehende, um die Verlobung platzen zu lassen.

 

Dummer- oder (je nach Perspektive) glücklicherweise ist auch Sir Oliver an Bord. Er ist der Cousin der Flynns und will als Testamentsverwalter seines verstorbenen Vaters überprüfen, welcher der Brüder das großzügig bemessene Erbteil verdient.

 

Richard Brinsley Sheridan (1751 – 1816) wurde in Dublin als Sohn eines Schauspieler-Ehepaares geboren, sein Vater war auch Verfasser von Tragödien und Farcen. Sheridan lebte lange in Bath, wo er die feine englische Gesellschaft kennen lernte, die er ab 1775 zum Gegenstand seiner Komödien machte. Seine Zeit als Dramatiker war kurz, aber erfolgreich. Er schrieb zwischen 1775 und 1779 nur vier Stücke, von denen die 1777 uraufgeführte „Lästerschule“ als sein bestes Werk gilt. Als Schriftsteller hat sich Sheridan einen Namen gemacht, weil er mit seiner pointierten Dialogführung und vielschichtigen Handlungsstruktur der im 18. Jahrhundert zunehmenden Verflachung des Lustspiels entgegen wirkte.

Der Fröhliche Weinberg

Ein Lustspiel in drei Akten von Carl Zuckmayer    

Stichworte wie „Generationswechsel“ und „Fröhlicher Weinberg einmal anders“ waren jüngst in der Presse zu lesen. Doch wird „er“ wirklich anders oder muss „er“ gar anders werden? Wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, Zuckmayer neu zu erfinden, sondern wir möchten Sie einladen, mit dieser Neuinszenierung den „Fröhlichen Weinberg“ neu zu entdecken. Zum einen hat sich unser Spielerensemble verjüngt, zum anderen wird das Bühnenstück durch die gelungene Wiederbelebung gestrichener Textpassagen und die behutsame Streichung bislang präsentierter Stellen neu interpretiert.

Das Volksstück, so lustig es auf den ersten Blick auch sein mag, hat durchaus seine ernsthaften Seiten: Entstanden ist es 1925, also zu einer Zeit, zu der vielleicht noch viele über die NSDAP gelacht oder sie zumindest nicht ernst genommen haben. Doch Carl Zuckmayer hatte ein untrügliches Gespür für das, was noch kommen sollte. Sein Lustspiel spielt nicht zufällig im Weinherbst des Jahres 1921. Es war eines der Krisenjahre der Weimarer Republik. Unmittelbare Kriegsfolgen, überhöhte Reparationszahlungen, Hyperinflation, Umsturzversuche und politische Morde prägen diese frühen Nachkriegsjahre. Zudem übernimmt Adolf Hitler im Sommer jenes Jahres den Vorsitz der 1920 gegründeten NSDAP.

Im Mittelpunkt des im rheinhessischen Dialekt verwurzelten Lustspiels steht bekanntlich der verwitwete Weingutsbesitzer Jean Baptiste Gunderloch. Da er sich zur Ruhe setzen will, plant er die Hälfte seines Besitzes und seiner Kellereibestände an den Meistbietenden zu versteigern. Die andere Hälfte soll seine Tochter – unter der Bedingung, dass Nachwuchs unterwegs ist – als Mitgift erhalten. Klärchen ist mit dem Korpsstudenten Gustav Knuzius verlobt, doch sie liebt den Naturburschen Jochen Most, einen Rheinschiffer. Beraten von Annemarie Most, Jochens Schwester, lässt sie sich zu einer Notlüge überreden. Während einer durchzechten, durchtanzten Herbstnacht kommt es im Wirtshaus Zur Landskron zum Showdown. Die Fäuste fliegen, falsche Lebenspläne und falsche Liebhaber landen buchstäblich auf dem Misthaufen. In dieser weinseligen Nacht finden die Liebenden – ob nun in der Gartenlaube oder auf dem Mist – schließlich zueinander. Es wird gelacht, bestochen, gelogen, getrunken, gerauft und schließlich und endlich geliebt. „Und am Schluss müssen sie sich alle kriegen, denn sonst ist des Stück nett gut!“, wie Zuckmayer formulierte.

Mit dieser übermütigen Komödie ist dem 28jährigen Schriftsteller „der Durchbruch ins Wirkliche, und zwar ins lebendig, nicht artistisch Wirkliche gelungen [...], in dem Ganzen [...] steckt so viel saftige, lebendige und fröhliche Wirklichkeit, so viel unliterarisches Leben“, so 1925 der Theaterkritiker Paul Fechter, dass er „die Komödie, gerade weil ihr im Werk des Verfassers soviel unmögliche Literatur vorausging, doppelt als Verheißung“ empfand.

Die Inszenierung besorgte Markus Dörr-Karolus.

 

...und was passierte noch?

In der Zitadelle Mainz

Der Höhepunkt des Sommers in der Zitadelle sind seit 2008 die Theateraufführungen des Carl-Zuckmayer-Ensembles am illuminierten Drususstein in Kooperation mit der Initiative Zitadelle Mainz e.V. (IZM). Im Jahr 2014 wird die Neuinszenierung des "Fröhlichen Weinbergs" unter der Regie von Markus Dörr-Karolus mit Spannung erwartet. Die Initiative Zitadelle Mainz möchte mit diesen Theateraufführungen dem Kulturdenkmal Zitadelle  eine neue Facette hinzufügen und weiter für den Erhalt des für Mainz bedeutenden Baudenkmals werben. Seit nunmehr zehn Jahren organisiert die IZM Feste und Theateraufführungen, um der Stadt Mainz finanzielle Mittel für die Instandsetzung und Erneuerung der historischen Festungsmauern, Gräben und Wällen zur Verfügung stellen zu können.

Weitere Informationen sind über die Homepage www.zitadelle-mainz.de zu erhalten.

Veranstaltungen 2013

Als wär's ein Stück von ihm

Die Carl-Zuckmayer-Revue

Eine heitere Reise in Szenen und Liedern durch Leben und Werk des Dichters von Claudia Wehner

Spannender kann ein Leben kaum sein: Carl Zuckmayer, vor der Wende zum 19. Jahrhundert geboren, verlebte eine beschaulich bürgerliche Kindheit, erlebte als Jugendlicher den Ersten Weltkrieg, durchlebte als Student und junger Dichter den Rausch der 20er und 30er Jahre, überlebte im Exil den Faschismus und lebte bis zu  seinem Tod im Jahre 1977 voller Leidenschaft für Theater und  Kultur, sowie im Glauben an die Versöhnung der  Völker und eine friedliche Zukunft.


In seiner Autobiographie  »Als wär’s ein Stück von mir« beschreibt er dieses Leben mit Humor und Augenzwinkern und lässt uns teilhaben an den glücklichen und traurigen Momenten seines Lebenswegs. Claudia Wehner (deren ZEITGEIST-Revuen an den Mainzer  Kammerspielen seit Jahren für Begeisterung sorgen) hat nun anhand dieser Lebenserinnerungen einen kurzweiligen Abend gesponnen, der in rasanter Abfolge in Szenen und Liedern nicht nur dieses Leben nachzeichnet, sondern auch Einblick gibt in die Seele dieses ganz besonderen Menschen. Unter der Regie von Magdalena Weingut wird daraus eine rasante Reise durch die Zeit, eine verwegene und  bewegende Begegnung mit der faszinierenden Persönlichkeit  Zuckmayers und zahlreichen prominenten Wegbegleitern. Niemand sonst könnte diese Hommage an den Namensgeber mit solcher  Spielfreude, mit so viel Leidenschaft und Begeisterung auf die Bühne bringen, wie das  Ensemble der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft. »Als wär’s ein Stück von ihm« ist ein überaus unterhaltsamer Streifzug durch Leben und Werk eines der ganz Großen der Literatur und Zeitgeschichte.  Ein Muss für alle  Zuckmayer-Fans und eine perfekte Gelegenheit zum Kennenlernen für alle Zuckmayer-Neulinge, die niemand verpassen sollte.

 

Die Inszenierung besorgte Magdalena Weingut. 

Denis Wittberg & seine Schellack-Solisten

Jubiläums-Konzertprogramm:

"Kleines Fräulein, einen Augenblick..."

10 Jahre „Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten“ in Mainz. Feiern Sie mit uns und unseren Schlagern der 20er und 30er Jahre. Denn seit Februar 2003 sorgen „Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten" dafür, dass die Tanz- und Filmmusik der 20er und 30er Jahre mit ihrem Wortwitz, ihrer schrägen Leichtigkeit und ihren gefühlvollen Melodien wieder gehört wird. Die zurückhaltende Strenge und die grotesk anmutende Ernsthaftigkeit ihres Auftretens, lassen der Ironie den angemessenen Raum.
 
Unterhaltungsmusik dient der Unterhaltung. Auch in ihrem neuen Jubiläums - Konzertprogramm „Kleines Fräulein einen Augenblick“ haben Sie wieder Gelegenheit zur Musik der 20er, 30er und 40er Jahre zu träumen oder mitzupfeifen. Die einfühlsamen Melodien, die sentimentalen und nicht selten dreisten Texte mit ihrer süffisanten Doppeldeutigkeit haben auch bis heute ihren Reiz nicht verloren und sind durch die "Schellack – Solisten" zu neuen Ehren gekommen.
 
Erleben Sie außerdem Schlager der „Neuen Deutschen Welle“ aus den frühen Achtzigern , so, als wären sie in den 20er Jahren entstanden.
 
Wie gewohnt wird Denis Wittberg von einem Ensemble ausgezeichneter Instrumentalisten, den "Schellack-Solisten" begleitet. Die musikalische Leitung dieser famosen Truppe liegt in den bewährten Händen von Jens Hunstein. 
Danke auch an unsere Arrangeure der "Schellack-Solisten" Jens Hunstein und Martin S. Schmitt, die mit den Ohren eines Luchses durch das Rauschen und Knistern einer Schellack-Platte das abhören und zu Notenpapier bringen, was unsere Ur-Ahnen vor mehr als 80 Jahren eingespielt haben.
 
......bleiben Sie mal steh´n, lassen Sie mal hör´n....
 
.....die Schellack-Solisten bitten um Gehör und um Ihre Aufmerksamkeit ! 

Der Fröhliche Weinberg

Ein Lustspiel in drei Akten von Carl Zuckmayer    

In Zuckmayers turbulenter, 1925 in Berlin uraufgeführter Komödie triumphieren Liebe und Humor über die Widrigkeiten des Lebens. Im Zentrum des Geschehens steht der Weinguts-
besitzer Jean Baptiste Gunderloch. Er möchte sich zur Ruhe setzen und die Hälfte seines Besitzes verkaufen, die andere, unter der Bedingung, dass Nachwuchs unterwegs ist, seiner Tochter vererben. Klärchen Gunderlochs Verlobter, der Korpsstudent Knuzius, wittert fette Beute. Aber Klärchen liebt nicht ihn, sondern den Rheinschiffer Jochen Most. Während einer durchzechten, durchtanzten Herbstnacht kommt es im Wirtshaus Zur Landskron zum Showdown. Die Fäuste fliegen, falsche Lebenspläne und falsche Liebhaber landen buchstäblich auf dem Misthaufen. Als der Morgen heraufdämmert, haben sich vier glückliche Paare gefunden.

 

Carl Zuckmayer: „Ich schrieb das Stück in meiner heimatlichen Mundart – das galt damals nicht als modern. Aber ich musste einfach so schreiben, es gab gar keine andere Wahl. Zum ersten Mal seit den Kriegsjahren erfüllte mich wieder ungetrübte Heiterkeit, und mit ihr war das Band zur Landschaft, zur Melodie und Welt meiner Jugendzeit aufs engste verknüpft. [...] Es lebte von der Verliebtheit in die rheinhessische Luft und war mit ihren Humoren durchtränkt.“

 

Die Wiederentdeckung der Mundartpoesie für das Theater, die Wiederbelebung der Volksstücktradition nach der expressionistischen Über-Mensch-Dramatik und im Kontrast zur aufkommenden Neuen Sachlichkeit und dem lehrhaft-politischen Theater zählt zu den Leistungen des 1896 in Nackenheim geborenen Schriftstellers. Dialekt, das war für ihn neues, unverbrauchtes Sprachmaterial, das war Überraschung, Witz und Differenzierung, unerreichbar in den eingefahrenen Gleisen der Hochsprache. Die Hinwendung zum kleinstädtischen Alltag, zum Dialekt ist jedoch kein Rückzug aus den gesellschaftspolitischen Erfahrungen der Weimarer Republik. Vielmehr steckt in diesem Regionalismus ein Protest gegen die Entmündigung gegen den Politjargon der Nationalisten, gegen die politischen Übergriffe der Kriegsveteranen und Phrasen der Beamten.

 

Die Inszenierung besorgten Hartmut Schottler und Markus Dörr-Karolus.

"Es Sparbrotche" - Der Geizige von Molière auf rheinhessisch

Jean Baptiste Molière (1622-1673), der berühmte Theaterdirektor des Sonnenkönigs Ludwig XIV., erhob die französische Komödie aus den Niederungen der primitiven Farce und äußerlichen italienischen Masken- und Intrigenkomödie zum Kunstwerk und nahm die Marotten und Verfehlungen seiner Zeitgenossen in stilvollen Formulierungen auf die Schippe. Nach dem Eingebildeten Kranken führt das Ensemble der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft in der Spielzeit 2012 nun das 1668 in Paris uraufgeführte Theaterstück „Es Sparbrotche“ - Der Geizige im rheinhessischen Dialekt auf, kongenial übertragen von Heinz-Otto Grünewald und inszeniert von Hartmut Schottler.

 

So richtig liebenswert ist er nicht, der alte Bartholomäus, sondern hässlich und vom Geiz gezeichnet. Es wird ihm nachgesagt, er fresse den Pferden das Futter weg und verklage die Katze des Nachbarn. Damit könnte man sich zur Not noch arrangieren, aber als der alte Herr aus gutbürgerlichem Hause versucht, Katharina, die jugendliche Geliebte seines Sohnes Paul, zu heiraten, ist die Geduld seiner Kinder am Ende. Bartholomäus’ Pläne sind Ursache für heftige Familienauseinander-setzungen und einen dramatischen Generationenkonflikt. Der Sohn soll zugunsten des Vaters auf seine Liebste verzichten und die Tochter Anna den reichen Witwer Schmitz heiraten. Doch auch Anna hat andere Pläne. Längst hat sie sich heimlich mit dem jungen, mittellosen Edelmann Caspar verlobt, der sich als Diener ins Haus Bartholomäus’ eingeschlichen hat, um seiner Anna näher zu sein. Paul ergreift bald die Initiative und versucht sich für eine Flucht aus dem väterlichen Haus Geld zu leihen. Bartholomäus kommt seinem Sohn auf die Schliche, es passieren Handgreiflichkeiten, der endgültige Bruch in der Familie scheint unausweichlich. Gemeinsam beraten Paul, Katharina und Anna, was man gegen den Vater unternehmen könnte. Hilfreich ist ihnen hier Agathe, eine gutmütige Kupplerin, die erst mit Bartholomäus zusammenarbeitete und nun die Fronten wechselt. Sie hat die Idee, dass man versuchen könnte, Bartholomäus von seinen Heiratsplänen abzubringen. Als Paul durch Zufall in den Besitz von Bartholomäus’ geliebter Geldkassette kommt, hält er einen wichtigen Trumpf in der Hand. Die spannende Frage ist nun, was Bartholomäus mehr liebt, Katharina oder sein Geld...


Das gute Ende ergibt sich schließlich durch einen glücklichen Zufall – und die verfeindeten Familienmitglieder samt Anhang finden am Ende doch noch alle zueinander....

 

 

...und was passierte noch?

"Mein Mann wird Mutter"

Eine Komödie von Frank Pinkus

 

Kooperation mit der Initiative Zitadelle Mainz e.V.

 

Der Höhepunkt des Sommers in der Zitadelle sind seit 2008 die Theateraufführungen des Carl-Zuckmayer-Ensembles am illuminierten Drususstein in Kooperation mit der Initiative Zitadelle Mainz e.V. (IZM). Im Jahr 2013 hat die Komödie von Frank Pinkus "Mein Mann wird Mutter" für das Kulturdenkmal Zitadelle und für den Erhalt des für Mainz bedeutenden Baudenkmals geworben.

Weitere Informationen sind über die Homepage www.zitadelle-mainz.de zu erhalten.

 

Gastspiel in Nierstein

Samstag 20. Juli 2013

Gemeindepark Nierstein ( Rathaus )

Bildstockstr. 10, 55283 Nierstein

email: info@nierstein.de

 

Endlich! "Sie" ist schwanger! Wieder ein Paar, das sich lange ein Kind gewünscht hat und nun endlich ans Ziel kommt! Natürlich, die Zeit der Schwangerschaft ist nicht einfach - sie wird launisch, er ist genervt. Das kennt man ja. Aber das Paar, das in diesem Dreipersonenstück im Mittelpunkt steht, ist ..."anders": Beide sind Männer. Sie warten sehnsüchtig darauf, dass ihrem langjährigen Adoptionswunsch entsprochen wird. Als die erlösende Nachricht eintrifft, verändert sich das Alltagsleben der werdenden Eltern abrupt. "Vater" Wolfgang und "Mutter" Ulli haben eine unterschiedliche Auffassung über die Zeit der Schwangerschaft. Ulli möchte die letzten Wochen bis zur "Geburt" ganz als werdende Mutter verbringen und alle Stadien einer Schwangerschaft "durchleben". Wolfgang ist alles andere als glücklich über den täglich zickiger werdenden Partner, der sogar darüber nachdenkt, Schwangerschaftsurlaub bei seinem Arbeitgeber zu beantragen. Zumal ausgerechnet jetzt Wolfgangs Tochter Nina - das Ergebnis eines "Fehltritts" - aus Italien zurückkehrt, um endlich ihren Vater  kennen zu lernen. Allerdings kommt auch sie nicht wirklich alleine....

Seit Klaus Wowereits Bekenntnis "Ich bin schwul und das ist gut so" ist diese Neigung gesellschaftsfähig. Was veranlasst Markus Dörr-Karolus, langjähriges Ensemblemitglied  der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft und vielversprechender Nachwuchsregisseur, dieses Stück zu inszenieren? Es ist das Klischee. Was passiert, wenn ein Mensch Mutter wird. Sofort denkt man an Ölsardinen mit Sahne oder saure Gurken mit Schokolade, an Schwangerschaftsgymnastik und Atemübungen.  Der eigene Partner, vorher eher rüpelhaft, wird zartfühlend, sorgt sich um schwere Einkaufstaschen und Wasserkästen, denn jetzt ist "sie" schwanger. Diese Feststellung ruft unweigerlich den Ausnahmezustand auf den Plan.

Das Theaterstück ist eine pointierte Persiflage auf die Schwangerschaft mit all ihren Nebenerscheinungen und verwendet als Stilmittel der Übertreibung eine Konstellation aus zwei schwulen Männern. Die Komödie wirbt aber zugleich um mehr Offenheit, Toleranz und Akzeptanz - nicht nur bei gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften.

 

Die Inszenierung besorgte Markus Dörr-Karolus.

Veranstaltungen 2012

Mein Mann wird Mutter

Eine Komödie von Frank Pinkus

Endlich! "Sie " ist schwanger! Wieder ein Paar, das sich lange ein Kind gewünscht hat und nun endlich ans Ziel kommt! Natürlich, die Zeit der Schwangerschaft ist nicht einfach - sie wird launisch, er ist genervt. Das kennt man ja. Aber das Paar, das in diesem Dreipersonenstück im Mittelpunkt steht, ist ..."anders": Beide sind Männer. Sie warten sehnsüchtig darauf, dass ihrem langjährigen Adoptionswunsch entsprochen wird. Als die erlösende Nachricht eintrifft, verändert sich das Alltagsleben der werdenden Eltern abrupt. "Vater" Wolfgang und "Mutter" Ulli haben eine unterschiedliche Auffassung über die Zeit der Schwangerschaft. Ulli möchte die letzten Wochen bis zur "Geburt" ganz als werdende Mutter verbringen und alle Stadien einer Schwangerschaft "durchleben". Wolfgang ist alles andere als glücklich über den täglich zickiger werdenden Partner, der sogar darüber nachdenkt, Schwangerschaftsurlaub bei seinem Arbeitgeber zu beantragen. Zumal ausgerechnet jetzt Wolfgangs Tochter Nina - das Ergebnis eines "Fehltritts" - aus Italien zurückkehrt, um endlich ihren Vater  kennen zu lernen. Allerdings kommt auch sie nicht wirklich alleine....

Seit Klaus Wowereits Bekenntnis "Ich bin schwul und das ist gut so" ist diese Neigung gesellschaftsfähig. Was veranlasst Markus Dörr-Karolus, langjähriges Ensemblemitglied  der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft und vielversprechender Nachwuchsregisseur, dieses Stück zu inszenieren? Es ist das Klischee. Was passiert, wenn ein Mensch Mutter wird. Sofort denkt man an Ölsardinen mit Sahne oder saure Gurken mit Schokolade, an Schwangerschaftsgymnastik und Atemübungen.  Der eigene Partner, vorher eher rüpelhaft, wird zartfühlend, sorgt sich um schwere Einkaufstaschen und Wasserkästen, denn jetzt ist "sie" schwanger. Diese Feststellung ruft unweigerlich den Ausnahmezustand auf den Plan.

Das Theaterstück ist eine pointierte Persiflage auf die Schwangerschaft mit all ihren Nebenerscheinungen und verwendet als Stilmittel der Übertreibung eine Konstellation aus zwei schwulen Männern. Die Komödie wirbt aber zugleich um mehr Offenheit, Toleranz und Akzeptanz - nicht nur bei gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften.

 

Die Inszenierung besorgte Markus Dörr-Karolus.

Der keusche Lebemann

Ein Schwank in drei Akten von Ernst Bach und Franz Arnold

Das Schriftstellerduo Franz Arnold (geb. 1878) und Ernst Bach (geb. 1876) zählt neben Zuckmayer zu den deutschen Erfolgsautoren der 20er Jahre. Als 1909 der Komödiant Arnold nach Stationen in der Provinz ebenfalls an das Berliner Lustspielhaus engagiert wurde, lernte er dort den Schauspieler, Regisseur und Schwankautor Bach kennen. Es begann eine überaus fruchtbare Zusammenarbeit mit der Spanischen Fliege (1913) als erstem großen Erfolg, wobei die beiden in ihren Stücken auch als Schauspieler brillierten. Nach dem Ersten Weltkrieg ging Bach als Direktor des Volkstheaters nach München, während sich Arnold den gemeinsam in rascher Folge in Garmisch oder Starnberg produzierten Boulevardkomödien an verschiedenen Berliner Theatern widmete. Bachs Tod 1929 beendete die Erfolgsstory. Arnold emigrierte nach 1933 nach England, wo er 1960 starb.

 

Die witzig-spritzige, 1921 in München uraufgeführte Komödie kreist um den Zahnstocherfabrikanten Julius Seibold, der seine Tochter Gerti mit seinem Buchhalter Max Stieglitz verheiraten möchte. Dabei hat er aber nicht nur mit dem Widerstand der Tochter, sondern auch mit dem seiner Gattin Regine zu kämpfen, denn die beiden haben nur Augen für den vermögenden jungen Nichtstuer Heinz Fellner. Da greift Julius Seibold, der ebenfalls kein Kind von Traurigkeit ist, zu einer List und verschafft seinem tüchtigen, aber nüchtern-altbackenen Kompagnon ein Verhältnis mit der berühmten Filmdiva Ria Ray und macht ihn so zum erfahrenen Lebemann. Und siehe da, seine Tochter beißt an, es folgt die Verlobung von Max und Gerti. Als jedoch Ria Ray anlässlich der Premiere ihres neuesten Films mit ihrem Verlobten Walter Riemann in der Provinzstadt auftaucht, nimmt das Unheil seinen Lauf. Trotz aller grotesken Verwicklungen ist ein Happy End nicht ausgeschlossen...

 

Die Inszenierung besorgte Harald Müller.

Der Fröhliche Weinberg

Ein Lustspiel in drei Akten von Carl Zuckmayer    

In Zuckmayers turbulenter, 1925 in Berlin uraufgeführter Komödie triumphieren Liebe und Humor über die Widrigkeiten des Lebens. Im Zentrum des Geschehens steht der Weinguts-
besitzer Jean Baptiste Gunderloch. Er möchte sich zur Ruhe setzen und die Hälfte seines Besitzes verkaufen, die andere, unter der Bedingung, dass Nachwuchs unterwegs ist, seiner Tochter vererben. Klärchen Gunderlochs Verlobter, der Korpsstudent Knuzius, wittert fette Beute. Aber Klärchen liebt nicht ihn, sondern den Rheinschiffer Jochen Most. Während einer durchzechten, durchtanzten Herbstnacht kommt es im Wirtshaus Zur Landskron zum Showdown. Die Fäuste fliegen, falsche Lebenspläne und falsche Liebhaber landen buchstäblich auf dem Misthaufen. Als der Morgen heraufdämmert, haben sich vier glückliche Paare gefunden.

 

Carl Zuckmayer: „Ich schrieb das Stück in meiner heimatlichen Mundart – das galt damals nicht als modern. Aber ich musste einfach so schreiben, es gab gar keine andere Wahl. Zum ersten Mal seit den Kriegsjahren erfüllte mich wieder ungetrübte Heiterkeit, und mit ihr war das Band zur Landschaft, zur Melodie und Welt meiner Jugendzeit aufs engste verknüpft. [...] Es lebte von der Verliebtheit in die rheinhessische Luft und war mit ihren Humoren durchtränkt.“

 

Die Wiederentdeckung der Mundartpoesie für das Theater, die Wiederbelebung der Volksstücktradition nach der expressionistischen Über-Mensch-Dramatik und im Kontrast zur aufkommenden Neuen Sachlichkeit und dem lehrhaft-politischen Theater zählt zu den Leistungen des 1896 in Nackenheim geborenen Schriftstellers. Dialekt, das war für ihn neues, unverbrauchtes Sprachmaterial, das war Überraschung, Witz und Differenzierung, unerreichbar in den eingefahrenen Gleisen der Hochsprache. Die Hinwendung zum kleinstädtischen Alltag, zum Dialekt ist jedoch kein Rückzug aus den gesellschaftspolitischen Erfahrungen der Weimarer Republik. Vielmehr steckt in diesem Regionalismus ein Protest gegen die Entmündigung gegen den Politjargon der Nationalisten, gegen die politischen Übergriffe der Kriegsveteranen und Phrasen der Beamten.

 

Die Inszenierung besorgte Hartmut Schottler.

"Es Sparbrotche" - Der Geizige von Molière auf rheinhessisch

Jean Baptiste Molière (1622-1673), der berühmte Theaterdirektor des Sonnenkönigs Ludwig XIV., erhob die französische Komödie aus den Niederungen der primitiven Farce und äußerlichen italienischen Masken- und Intrigenkomödie zum Kunstwerk und nahm die Marotten und Verfehlungen seiner Zeitgenossen in stilvollen Formulierungen auf die Schippe. Nach dem Eingebildeten Kranken führt das Ensemble der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft in der Spielzeit 2012 nun das 1668 in Paris uraufgeführte Theaterstück „Es Sparbrotche“ - Der Geizige im rheinhessischen Dialekt auf, kongenial übertragen von Heinz-Otto Grünewald und inszeniert von Hartmut Schottler.

 

So richtig liebenswert ist er nicht, der alte Bartholomäus, sondern hässlich und vom Geiz gezeichnet. Es wird ihm nachgesagt, er fresse den Pferden das Futter weg und verklage die Katze des Nachbarn. Damit könnte man sich zur Not noch arrangieren, aber als der alte Herr aus gutbürgerlichem Hause versucht, Katharina, die jugendliche Geliebte seines Sohnes Paul, zu heiraten, ist die Geduld seiner Kinder am Ende. Bartholomäus’ Pläne sind Ursache für heftige Familienauseinander-setzungen und einen dramatischen Generationenkonflikt. Der Sohn soll zugunsten des Vaters auf seine Liebste verzichten und die Tochter Anna den reichen Witwer Schmitz heiraten. Doch auch Anna hat andere Pläne. Längst hat sie sich heimlich mit dem jungen, mittellosen Edelmann Caspar verlobt, der sich als Diener ins Haus Bartholomäus’ eingeschlichen hat, um seiner Anna näher zu sein. Paul ergreift bald die Initiative und versucht sich für eine Flucht aus dem väterlichen Haus Geld zu leihen. Bartholomäus kommt seinem Sohn auf die Schliche, es passieren Handgreiflichkeiten, der endgültige Bruch in der Familie scheint unausweichlich. Gemeinsam beraten Paul, Katharina und Anna, was man gegen den Vater unternehmen könnte. Hilfreich ist ihnen hier Agathe, eine gutmütige Kupplerin, die erst mit Bartholomäus zusammenarbeitete und nun die Fronten wechselt. Sie hat die Idee, dass man versuchen könnte, Bartholomäus von seinen Heiratsplänen abzubringen. Als Paul durch Zufall in den Besitz von Bartholomäus’ geliebter Geldkassette kommt, hält er einen wichtigen Trumpf in der Hand. Die spannende Frage ist nun, was Bartholomäus mehr liebt, Katharina oder sein Geld...


Das gute Ende ergibt sich schließlich durch einen glücklichen Zufall – und die verfeindeten Familienmitglieder samt Anhang finden am Ende doch noch alle zueinander....

 

Die Inszenierung besorgte Hartmut Schottler.

Des Teufels General

Wegen Erkrankung einer Hauptdarstellerin mussten die Veranstaltungen von "Des Teufels General" leider ausfallen.

 

Die Vorstellungen wurden jedoch nicht ersatzlos gestrichen !!!

 

Die Carl-Zuckmayer-Gesellschaft führte stattdessen das Stück " Mein Mann wird Mutter" - eine Komödie von Frank Pinkus - auf.

Informationen zum Stück siehe unter "Mein Mann wird Mutter"

...und was passierte noch?

Kooperation mit der Initiative Zitadelle Mainz e.V.

 

Nach vier gelungenen Zitadellen-open-air-Veranstaltungen in den Jahren 2008 bis 2011 wurde 2012 Es Sparbrotche nach der Geizige von Molière auf Rheinhessisch vor der herrlichen Naturkulisse des Drusussteins in der Mainzer Zitadelle präsentiert. Die Initiative Zitadelle Mainz e.V. (IZM) möchte mit diesen Theateraufführungen dem Kulturdenkmal Zitadelle eine neue Facette  hinzufügen und weiter für den Erhalt des für Mainz bedeutenden Baudenkmals werben.

Weitere Informationen sind über die Homepage www.zitadelle-mainz.de zu erhalten.